Forenbetreiber wegen Benutzername abgemahnt (update)
Nachtrag:
Zu der am Wochenende vermeldeten “Klage” gegen Ironsport gibt es jetzt schon mehr oder weniger volle Entwarnung: Der Betreiber der Webseite hat sich mit einem Anwalt zusammengesetzt, welcher die gegen Ironsport gerichteten Vorwürfe mehr als gründlich zurückgewiesen hat, (http://www.ironsport.de/klage_gegen_forum2.html)wie hier nachzulesen ist. Dabei konnten der klagenden Firma bzw. deren Anwalt sogar einige (rechtlich bedeutsame) Formfehler angehängt werden, was der Anwalt von Ironsport zu hübsch süffisanten Formulierungen nutzte. In der Sache selber bestätigt der Anwalt von Ironsport die von uns am Wochenende in unserem Newsposting (laienhaft) geäußerte Rechtsauffassung …
… Denn erstens gilt das Markenrecht nur für den Geschäftsverkehr von Firmen untereinander, zweitens hat der Foren-Betreiber den betreffenden Markennamen gar nicht selber benutzt und drittens haftet der Foreninhaber für illegale Postings und Handlungen der Forenteilnehmer wenn dann erst ab Kenntnisnahme. Insbesondere letzterer Punkt dürfte relevant sein, dieser legt nämlich klar, dass Foren-Betreiber nicht einfach so mit Abmahnungen überzogen werden können für die Sachen, welche die Foren-User alles so anstellen. Es ist derzeit allgemeine Rechtspraxis, zuerst dem Foren-Betreiber eine Aufforderung zukommen zu lassen, den Rechtsverstoß zu unterbinden, erst nach dieser “Kenntnisnahme” könnte dieser dann rechtlich belangt werden – wenn er denn der Aufforderung nicht nachkommt …
… Weil die klagende Seite eine sehr seltsame Rechtsauffassung an den Tag legte, das ganze noch mit erhöhten Anwaltskosten sowie einer bisher in der Vergütungsverordnung unbekannten “Einigungsgebühr” belegen wollte, droht der klagenden Seite nun ihrerseits eine Gegenklage (samt sogar Anzeige bei der Rechtsanwaltskammer!), falls diese nicht ihre Forderungen zurückzieht. dass der Anwalt von Ironsport seinerseits nun ebenfalls eine Kostennote an die klagende Seite geschickt hat, welche durch den überhöhten Klagewert zum einen recht nett in der Höhe ausfällt und zum anderen aller Wahrscheinlichkeit durch die klagende Seite auch zu begleichen sein wird, gibt dem ganzen noch eine kleine Spur von Ironie, auch wenn der Betreiber von Ironsport von diesem Geld nichts sehen wird und insgesamt gesehen nur seine Zeit verschwendet wurde.
Daran anschließend ist im übrigen die Arbeit an einem Petitions-Wiki (http://wiki.geekspot.de) erwähnenswert, welches sich das Ziel gesetzt hat, mit einer Petition an den Deutschen Bundestag diesen davon zu überzeugen, dass Betreiber, Hoster oder Nutzer von Internet-Angeboten zukünftig besser vor unlauteren Abmahnungen und den damit einhergehenden Kosten geschützt werden sollen. Zu diesem Zweck soll eine entsprechende Petition erarbeitet werden, welche dann von möglichst vielen Usern gleichzeitig an den Deutschen Bundestag geschickt werden soll. Derzeit arbeitet man natürlich erst noch an der Petition selber, hilfreich wären hier vor allem Eingaben von Fallbeispielen aus der Vergangenheit.
Quelle: 3Dcenter.de

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